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Interview mit Romana Echensperger.

Zuletzt aktualisiert: 15.02.2017 / Zeit: 16:06 Uhr / Themen: wein, master, of, wine

 

1. Warum ist es so schwierig Master of Wine zu werden?

 

Zum einen muss man sich viel Wissen über Weinbau, Kellertechnik, Marketing und Allgemeinwissen zum Thema Wein aneignen und lernen, dieses Wissen leicht verständlich rüberzubringen. D.h. es geht um die richtige Kommunikation des Weinwissens gegenüber Dritten. Zum anderen erfordern die Blindproben jedem Weinkenner und -liebhaber ziemlich viel ab. Sie können selbst für erfahrenste Weinkenner sehr demütigend sein, denn das „erschmecken“ von Weinregion, Weinrebe, Hanglage uvm. erfordert viel Übung und Wissen.

Deswegen braucht eine Master of Wine Ausbildung ziemlich viel Durchhaltevermögen, um diesen langen Weg, der auch Rückschlägen gepflastert ist, bis zum Ende zu gehen.

3. Oder was sind die Vorteile wenn man den Master of Wine als Frau macht?

 

Ich finde, dass wir Frauen seltener zum Opfer unseres eigenen Egos werden. Während Männer oft den Anspruch haben immer alles gleich zu wissen (auch wenn das nicht so ist) finden wir Frauen nichts Schlimmes daran auch mal nachzufragen und nachzugeben. So kommen wir meistens schneller an’s Ziel.

Angeblich können Frauen besser schmecken. Ich habe im Studium so fantastische männliche Verkoster kennengelernt, dass ich es für vermessen halten das für mich zu behaupten.

5. Wie läuft grob eine Ausbildung zum Master of Wine ab?

 

Zuerst muss man eine Aufnahmeprüfung bestehen, um in das Programm aufgenommen zu werden. Im ersten Jahr findet zu Beginn ein einwöchiges Einführungsseminar statt, gefolgt von diversen Kurstagen in London. Danach muss man sich in einem Selbststudium und mit Unterstützung eines Mentors relevantes Wein-Wissen aneignen. Am Ende des ersten Jahres muss man eine Prüfung bestehen, um für das alles entscheidende zweite Jahr zugelassen zu werden. Der Ablauf ist ähnlich wie im ersten Jahr, ergänzt um unzählige Blindproben die man zuhause, in Studiengruppen oder in gebuchten Seminaren mitmacht.

Am Ende der Ausbildung muss man die große Prüfung bestehen - 4 Tage Vollprogramm – d.h. jeden Tag morgens 12 Weine verkosten und

nachmittags 3 Essays zu bestimmten Themen schreiben. Wer das geschafft hat muss noch eine Abschlussarbeit schreiben (ähnlich wie eine Diplomarbeit) und schon ist man Master of Wine! ;-))

2. Ist es Deiner Meinung nach als Frau besonders schwierig?

 

Finde dieses „Gender-Thema“ ehrlich gesagt ziemlich durch. Wir Frauen können zum Mond fliegen, drei Sterne erkochen, Kinder kriegen oder Bundeskanzlerin werden - und eben auch Master of Wine.

4. Welche Voraussetzungen benötige ich, um überhaupt über eine Ausbildung zum Master of Wine nachdenken zu können?

 

Man muss bereits über Erfahrung in der Weinbranche verfügen, sonst hat man keine Chance. Konkret sollte man alle Weinstile der Welt kennen (vom Hello Kitty Rosé bis zum Romanée Conti!) und Ahnung haben, wie das Wine-Business funktioniert.

Zugelassen werden Sommeliers, studierte Önologen, Journalisten, Weinhändler und alle die, die das Diploma in Wine and Spirits abgeschlossen haben.

6. Was war für Dich die größte Bereicherung Deiner Master of Wine Ausbildung?

 

Ich habe heute Freunde und Studienkollegen in aller Welt - von Japan, Neuseeland, über Israel und Libanon bis in die USA. Das ist einfach großartig. Wein verbindet die Menschen.